»Ohne Nachhaltigkeit keine Zukunft.«
Dr. Kurt E. Becker

Arbeitspapier Nachhaltigkeit

Arbeitspapier Gründung

Impulsvortrag
Bindung, Prägung, Moral

Impulsvortrag
Charisma des Erziehers

Wormser Ethik-Charta
für Nachhaltigkeit in der Erziehung

Impulsvortrag
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Vortrag
Ethik im Wirtschaftsleben

Vortrag
Prometheus oder
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Vortrag
Energie und Ethik

Vortrag
Energie-Ethik
Dr. Markus Mönig

Erklärung von Hofgeismar:
Schule ist unsere Sache – ein Appell an die Öffentlichkeit (2006)

Erklärung von Salamanca:
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Hartmut von Hentigs Streitschrift
"Über eine Erziehung für das 21. Jahrhundert"
trägt den Titel
»Ach, die Werte!«

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WormserEthikInitiative

Wormser Ethikinitiative
Andreasstift-Gespräch am 14. November 2014

Verleihung des Alisa-Preises 
Dankesworte von Marion Ramb-Uderstadt


Liebe Frau Lang, liebe Anwesende,

dass ich heute Abend hier stellvertretend geehrt werde, empfinde ich als sehr vielschichtig. Einerseits freue ich mich, dass von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen auf diese Weise Beachtung und Wertschätzung erfahren. Andererseits empfinde ich es als traurig und belastend und bin immer wieder entsetzt darüber, für wie viele Betroffene ich hier stellvertretend stehe.

Die Zusage, diesen Preis entgegen zu nehmen, ist für mich auch deshalb vielschichtig, weil dadurch wieder einmal eine intensive persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgte. Denn es macht für mich einen eklatanten Unterschied, in welcher Rolle ich hier stehe: ob als Psychotherapeutin, die sich für von sexualisierter Gewalt Betroffene engagiert oder als Mit- und Vorstandsfrau von Warbede oder eben als selbst Betroffene.

In den ersten beiden Fällen bin ich natürlich auch erfreut über das öffentliche Interesse an dem Thema sexuelle Gewalt an Frauen. Doch hier in der Öffentlichkeit als selbst Betroffene zu stehen, holte in mir nochmals all die entsetzlichen Gefühle von früher an die Oberfläche. Es hat mich selbst überrascht, wie viel inneren Aufruhr das in mir auslöste, obwohl ich mich doch seit Jahrzehnten mit meinem Missbrauch auseinandersetze.

Ich stellte mir die Frage: Was ist dieses Mal anders? Anders ist, dass ich mich mit meinem an mir erfolgten Missbrauch hier erstmals öffentlich oute. Damit entscheide ich nicht mehr allein darüber, wer davon weiß, und ich habe keine Kontrolle mehr darüber, wie der- oder diejenige damit umgeht. Die so klassischen Gefühle von Ohnmacht, Kontrollverlust, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein waren alle wieder da.

Trotzdem tue ich diesen Schritt in die Öffentlichkeit gerne! Ich möchte damit vor allem anderen betroffenen Frauen meine Solidarität zeigen und ihnen Mut machen, zu sich zu stehen und sich ihrer Geschichte nicht zu schämen.

Ich möchte zeigen, dass wir nicht mehr Opfer unserer Geschichte sind. Nein, wir sind kraftvolle, erfolgreiche, kompetente, zufriedene, attraktive, freudvolle Frauen, die voll im Leben stehen.

Ich möchte zeigen, dass Heilung möglich ist. Auch wenn es immer wieder Zeiten geben wird, in denen uns unsere Geschichte ein Stück einholt.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Heilung im Sinne von Aussöhnung mit dem Erlebten möglich ist. Dafür braucht es Anlaufstellen wie den Notruf im Warbede Frauenzentrum, die uns Betroffenen einen geschützten und wertschätzenden Raum bieten. Es braucht aber auch ein öffentliches Interesse und eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema sexualisierte Gewalt.

Dafür stehe ich gerne hier und freue mich über die Wertschätzung, die mit diesem Preis verbunden ist, für alle betroffenen Frauen!

Vielen Dank!

Marion Ramb-Uderstadt

 


->> Laudatio für den Frauennotruf von Regina Mayer

->> Dankesworte von Frau Ramp-Uderstadt

->> Fotos von der Preisverleihung

->> Alisa-Preis-Urkunde

->> siehe auch Bericht in der Presse

->> Bericht auf der chronologischen Seite der Ethikinitiative